Hallo liebe Maria, hallo lieber Wolfgang,
nun ist es schon ein paar Wochen her, seitdem ich bei euch war und meinen zweiten Blindenführhund Henry kennen lernen durfte. Es war eine sehr intensive und spannende Zeit bei euch mit vielen unterschiedlichen und intensiven Trainingseinheiten.
Erst im Laufe der Zeit beginnt man zu verstehen, was es bedeutet eine Einarbeitung am Ort der Blindenführhund Schule zu starten. Ich hatte keine andere Wahl, ich musste mich von Anfang an „blind“ auf Henry verlassen! Ich musste mir sicher sein, dass er mich nirgendwo dagegen lässt, dass er mich sicher in Bus, Zug und Straßenbahn bringt. Ebenso musste ich lernen, dass er mir zuverlässig und sicher alle Treppenaufzüge und Türen, die ich brauche, anzeigen wird.
Meine große Angst durch Menschenmengen mit einem Blindenführhund zu gehen, hat mir Henry und auch du Maria sehr schnell genommen. Der volle Bahnhof in Ingolstadt war für mich eine größere Überwindung als für Henry. Auch Zug fahren, ist für mich mittlerweile, dank Henry, überhaupt kein Problem mehr. Wir steigen ein und aus, als hätten wir jahrelang nichts anderes gemacht.
Henry zeigt mir jeden Tag aufs Neue, dass es völlig entspannt sein kann, mit einem Blindenführhund durchs Leben zu gehen. Dass man nicht ständig korrigieren muss, sondern dass er einfach selbstständig und frei den sichersten Weg für uns beide sucht.
Manchmal sind wir eher in einem schlendernden Tempo unterwegs und manchmal läuft er einfach zielsicher geradeaus drauf los! Es ist einfach wunderbar, so einen sicheren Hund an seiner Seite zu haben.
Den Arbeitsweg meistern wir mittlerweile ohne Schwierigkeiten. Auch beim Arbeiten ist Henry richtig klasse. Er schläft ganz entspannt und ruhig auf seiner Decke und hat im Nu das Herz all meiner Kollegen erobert. Alle sind hin und weg. Auch meine Patienten haben durch Henry einen riesigen Zugewinn! Nur allein dadurch, dass er im Patientenzimmer anwesend ist und auf seinem zugewiesenen Platz liegt und beobachtet, was wir arbeiten, sind die Patienten ruhig, entspannt, gelöst und abgelenkt vom Klinikalltag! Henry ist ein richtiger Goldschatz!
Auch bei uns in der Familie hat er sehr schnell einen festen Platz eingenommen. Er ist nicht mehr wegzudenken! Sein freundliches und offenes Wesen tut uns allen gut. Seine Launen zum Spielen nutzen wir gerne als willkommene Abwechslung im Alltag. Genauso genießen wir es aber, dass er völlig entspannt und ohne Stress auch mal eine Weile allein liegen kann. Henry ist rund um das, was ich mir schon immer von meinem Blindenführhund gewünscht habe und nun durch eure Arbeit und eure Mitarbeitenden sowie eure super tollen Patenfamilie bekommen habe!
Vielen vielen lieben Dank dafür. Eure Arbeit ist wirklich sehr sehr wertvoll und wichtig für jeden Menschen, der das Glück hat, sich auf einem Blindenführhund verlassen zu dürfen!
Ganz liebe Grüße schicken euch Kathrin und Henry