Aktuelle Meldungen aus der Blindenführhundschule Seitle.

TTouch-Seminar 08.-10.11.2019

Acht Führteams bei unserem TTouch-Seminar vom 08.-10.11.2019

02.11.19: Patenfamilientreffen bei der Blindenführhundschule

Sechs Patenfamilien mit 5 Goldendoodle und 1 Labrador-Hündin

 

Faszinierende Gemeinsamkeiten zwischen der Ausbildung von Blindenführhunden und der Erziehung von Kindern

„Wollen wir einen Hund?“ Diese Frage war in unserer Familie seit vielen Jahren immer wieder zur Sprache gekommen. Doch das Bewusstsein, dass ein Vierbeiner vom Menschen einiges an Zeit, Wissen und Energie abverlangt, will man ihm gerecht werden, ließen uns den Entschluss immer wieder hinausschieben. Dass es aber auch die Möglichkeit gab, einen Hund nur für ein Jahr nach Hause zu bekommen, das erfuhren wir durch Zufall. So nahmen wir Kontakt auf zu einer Neuburger Blindenführhundeschule, die diese Möglichkeit anbot.

Wir erfuhren, dass wir einen Welpen bekommen konnten, der etwa bis zum Alter von einem Jahr als Familienhund bei uns leben würde. Nach einigen Telefonaten und Besuchen waren wir dem Charme eines weißen Labradorwelpen voll und ganz erlegen und Rico, ein achtwöchiger Welpe, zog bei uns ein. Wir waren Paten eines späteren Blindenführhundes geworden.

Leider gab es schon bald nicht nur erfreuliche Augenblicke. Wie bekommt man einen Welpen möglichst rasch stubenrein? Was tun, wenn er nicht hören will? Wie seinen ungezügelten Appetit im Zaum halten? Warum nagt er an Möbeln? Wie sind seine Lautäußerungen zu verstehen? – und vieles mehr. Wir standen vor vielen Fragen, die wir – damals noch recht unerfahren – durch Telefonate, durch Nachlesen in Hundebüchern und durch das Training in einer Königsbrunner Hundeschule allmählich immer besser in den Griff bekamen.

Natürlich ist gewünscht, dass die Patenfamilie dem Tier eine ordentliche Grunderziehung zukommen lässt. Jeder kennt die üblichen Kommandos „Sitz!“, „Steh!“, „Platz!“, „Bleib!“, deren Einübung keine allzu großen Schwierigkeiten bereitet. Als zeitweiliger Halter eines Blindenführhundes versucht man, dem Vierbeiner nach und nach einige weitere Kommandos beizubringen: „Links voran!“ „Such Bord!“ (Damit ist der Bordstein gemeint, der Hund muss hier stehen bleiben, damit der Blinde nicht stolpert), „Langsam!“, „Nach Hause!“ (Den Weg nach Hause finden), „Such Bank!“ (Hier sucht das Tier im Bus, in der Straßenbahn oder im Zug einen freien Platz für sein blindes Herrchen), und manches andere.

Endgültig zur weiteren Ausbildung ausgewählt werden diese Tiere streng nach ihrer Gesundheit, der Wesensfestigkeit, Arbeitsfreude und Lernfähigkeit. Insgesamt muss ein Blindenführhund bis zum Ende seiner etwa eineinhalbjährigen Ausbildung – ab dem Alter von etwa einem Jahr übernimmt dies ein professioneller Trainer – über 40 Kommandos kennen und sicher beherrschen. Man staunt, was ein Hund alles lernen kann, sieht man doch eher unfolgsame Vierbeiner, und man macht sich allerlei Gedanken:

Wie muss man vorgehen FÜR EINE ERFOLGREICHE HundEAUSBILDUng?
Nach welchen Grundprinzipien funktionieren Erziehung, Motivation und Lernen BEIM HUND?
WAS SIND HÄUFIG GEMACHTE FEHLER? WO LIEGEN DIE URSACHEN FÜR DIESE FEHLER?

Da ein Hund die menschliche Sprache nicht verstehen kann, werden Laute oder Wörter nur als Signale verwendet, auf die vom Tier eine bestimmte Ausführung erwünscht ist. Mit dieser Methode der Verknüpfung oder Konditionierung wird trainiert. Damit ein Hund auf das Wort „Sitz!“ dieses Kommando auch ausführt, hält man ihm in der Lernphase einen Hundekeks so über den Kopf, dass er diesen nur annehmen kann, wenn er sich auf die Hinterbeine setzt. Bald verwendet man überwiegend nur noch das sog. Sichtzeichen, man streckt dazu wortlos den Zeigefinger nach oben und der Hund weiß, dass dies als Signal für das Hinsetzen zu verstehen ist. Erfolgreich wird die Konditionierung dann, wenn sich der Mensch nicht mit langen Sätzen, sondern kurz und mit immer gleichen Worten und Handzeichen dem Tier verständlich macht.

Bei unseren Bemühungen um eine gute Grunderziehung unserer zukünftigen Blindenführhunde bemerkten wir Tag für Tag mehr, dass in vielen Fragen die Probleme und deren Lösungen bei der Kinder- und Hundeerziehung überraschend ähnlich aussahen. Es gibt eine große Zahl zum Teil recht verblüffender Parallelen, hier ein paar Beispiele:

KlarHEIT in den Äußerungen und Signalen beschleuniget das Lernen und Vorankommen. Ist dieser Grundsatz für das Lernen und bei der Erziehung von Kindern etwa anders? Sich seinem Gegenüber klar und eindeutig auszudrücken, ist auch wichtig für uns Lehrer im Unterricht, und dies nicht nur im Fach Mathematik. Einreden auf den Hund („Ich hab dir das doch schon so oft gesagt…“) hat keinerlei positiven Effekt, in ähnlicher Weise verlaufen auch lange Diskussionen mit Kindern meist ziemlich unbefriedigend. Und allein mit Spaß funktioniert Lernen halt auch nicht. Jeder weiß das…

Weitere wichtige Prinzipien erfolgreichen Lernens in der Hundeausbildung sind konzentriertes ÜBEN und stetes WIEDERHOLEN. Das Tier beherrscht ein Kommando noch lange nicht, wenn es ein paar Mal geklappt hat, die Festigung durch Üben ist unerlässlich. Wir finden die gleichen Grundsätze in der Schule: Ein bisschen Wörter lernen kann nicht funktionieren, von einer schnell mal hingefetzten Hausaufgabe wird wenig im Gedächtnis bleiben, vor allem, wenn im Kopf zugleich noch andere Dinge herumgeistern.

Einer der wichtigsten Grundsätze in der Erziehung ist Konsequenz. Nur so kennt sich ein Vierbeiner, aber auch ein Kind aus. Ohne Konsequenz entsteht auch kein Vertrauen, jeder braucht verlässliche Partner. Einmal so und dann wieder anders, einmal ja und das nächste Mal nein, das kann nicht funktionieren, es verwirrt nur. Ein „Nein!“ muss ein Nein bleiben.

Der Hund stammt vom Wolf ab und ist wie dieser ein Rudeltier. Damit ein Rudel in der Natur überleben kann, hat jedes Tier seine Aufgabe und es gibt eine ganz klare Rangordnung. Glaubt ein Wolf, dass er stärker geworden ist als das bisher über ihm stehende Tier und dass er dessen Aufgaben besser ausführen kann, so fordert er es zum Kräftemessen heraus, er möchte sehen, ob er diesen ranghöheren Platz einnehmen kann. Was nun vielen Hundehaltern nicht bewusst ist: Auch der Vierbeiner, der in einer Familie lebt, befindet sich in einem Rudel. Und auch in diesem Mensch-Hund-Mischrudel läuft es nicht anders ab, nur will sich der Hund nun gegenüber Menschen behaupten und bei ihnen einen vorderen Rang erkämpfen. Immerwährendes Ziehen an der Leine ist eines der am häufigsten zu beobachtenden Hinweise (Der Vierbeiner signalisiert: Ich möchte dahin, geh gefälligst mit!). Übrigens muss nicht der größere, körperlich stärkere oder ältere Hund automatisch den vordersten Rang einnehmen, Stärke ausstrahlen und Dominanz ausüben können auch Hunde, bei denen man dies nicht vermutet! – Gibt es da nicht auch wieder Parallelen zum Menschen?

Was man auch schnell erkennt bei der Erziehung eines Hundes: Zu viel Freiheit überfordert. Oft als Zeichen der Zuneigung gedacht, wird die Freiheit, tun zu können was man möchte, vom Hund, aber auch von einem Kind schnell als Schwäche und Nachgiebigkeit empfunden. Eine besonnene und damit starke Persönlichkeit zeigt ruhig, aber bestimmt den Weg. Zuwendung, Geborgenheit, Vertrauen und Berechenbarkeit sind hierbei die sich positiv auswirkenden Faktoren. Sanfter Druck ja, aber Stärke darf keineswegs verwechselt werden mit Drill, Drohungen, Strafe oder Gewalt. Was man mit einer solchen Einstellung erreichen kann, ist in erster Linie Einschüchterung, Unsicherheit oder Angst. Zu große Härte und Strenge, oder gar das Zufügen von Schmerz sind zweifelhafte Mittel, sie können das Wesen verformen, beim Tier, ebenso beim Menschen.

Da sie vom Wolf abstammen, haben Hunde auch dessen Wachsamkeit und Jagdtrieb geerbt und beobachten ihre Umgebung ganz genau. Erkennt der Vierbeiner stärkere Reize, als sein Besitzer ihm bietet, wird er auch diesen interessanteren Reizen nachgehen, er wird das Kommando seines Herrchens nicht befolgen, es kann sogar sein, dass er wegläuft und die Suche nach ihm lange dauert. Man muss diesen Mechanismus verstehen und versuchen, den Hund immer wieder mit intensiven Reizen zu locken und als weitere, sehr wichtige Voraussetzung eine STARKE BINDUNG zu ihm aufzubauen. Reize, die unsere Kinder ablenken, kennen wir zu genau: Fernsehen, Computerspiele, der Anruf auf dem Handy…

LOB und Belohnungen zum richtigen Zeitpunkt helfen weiter: Zuwendungen durch Spiel, eine freundliche Stimme, durch Streicheln und auch mit Leckerlis. Diese sollten nur gegeben werden, wenn das Tier eine gewünschte Ausführung gezeigt hat, nicht davor, etwa nach dem Motto: „Nun mach schon, ich hab dir doch gerade ein Leckerli gegeben!“ Gibt man das Leckerli vorher, warum soll der Vierbeiner dann noch etwas tun, was ihm Mühe bereitet und nicht besonders viel Spaß macht? Wozu noch das Kommando ausführen, wo doch auf der anderen Straßenseite eine attraktive, heiratsfähige Hundedame vorbeiläuft? Belohnungen im Voraus bewirken eher das Gegenteil des Angestrebten. Sie motivieren nicht, sondern führen nur zum Verwöhntsein, denn Anreize fehlen eben, wenn man alles ohne Leistung erhält. – Kennen wir das nicht auch bei unseren Kindern? Süßigkeiten oder Automatengeld etwa helfen bei der Erziehung und beim Lernen nicht wirklich weiter!

Ein bisschen Erziehung, das funktioniert eben leider nicht, weder beim Vierbeiner noch bei Kindern. Auch wir Erwachsene müssen uns selbst beobachten und immer bereit sein, unsere Bedürfnisse und unser Verhalten zu überprüfen. Ein wichtiger Ratschlag der Trainer heißt: „Suche nie den Fehler beim Hund!“ Um gute Erziehung muss man sich konsequent bemühen, es ist eine wirklich nicht einfache Aufgabe, eher einem schmalen Pfad vergleichbar.

Inzwischen lebt schon der dritte Blindenführhund bei uns: Yaro. Auch bei ihm spüren wir, dass Erziehung nicht von selbst gelingt. Zudem ist jedes Lebewesen anders, selbst wenn es von den gleichen Eltern stammt. Aber man kommt gut voran, wenn man offen ist, das Gegenüber in seinem Verhalten, seiner Entwicklung und auch in seiner individuellen Körpersprache genau beobachtet und ein verantwortungsvolles Gespür entwickelt. Dann macht Erziehung bei aller Mühe große Freude, bei Mensch und Tier.

Das Allerschönste war für mich, als ich unseren ersten Welpen, er war inzwischen etwa zwei Jahre alt geworden und fertig ausgebildet, als souveränen Helfer seines blinden Herrchens beobachten konnte und dabei spürte, dass man mit seinen eigenen Bemühungen um erfolgreiches Lernen und gute Erziehung auch ein wenig dazu beigetragen hat, einem behinderten Menschen für viele Jahre eine wichtige Erleichterung in seinem Leben zu schenken. Und Rico machte erstaunlicherweise überhaupt keinen gestressten Eindruck bei seiner Arbeit! Er hat neben seiner Arbeit des Helfens, bei der er dem Blinden seine Augen „leiht“, noch genügend Zeit, herumzutollen und mit anderen Hunden oder seinem Herrchen oder Frauchen zu spielen. Das braucht er auch. Niemand kann nur arbeiten.

Ein knappes Jahr mit einem angehenden Blindenführhund zu verbringen, kann ganz besonders auch für Kinder eine sehr schöne und bereichernde Zeit bedeuten. Hier findet das Kind einen „Kumpan“, mit dem eine ganz enge, vertrauensvolle Bindung entstehen kann. Und das Kind schult sein soziales Gespür, es versteht allmählich ganz nebenbei, was es heißt, Verantwortung und Pflichten auf sich zu nehmen. Dazu lernt es Geduld zu üben – aber es kommt viel zurück!

Gerne gebe ich weitere Auskünfte, wenn jemand Interesse hat an einer solchen Patenschaft für einen Blindenführhund. Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, Kosten für Futter, Tierarzt u.ä. werden übernommen. Bitte melden Sie sich bei Familie Seitle, sie werden gerne den Kontakt zu mir herstellen.

Friedrich

Angelika und ihre Hündin Fanny

Bericht aus dem Eichstätter Kurier vom 22. Juli 2005

Fanny ist auch ein kleines Kommunikationswunder
Angelika Scherupp mit Eichstätts einzigem Blindenführhund unterwegs / „Des pack’ ich schon“

„Such den Ausgang“, „such den Eingang“, „links“, „rechts“ – das sind die Worte, die Angelika Scherupp derzeit wohl am meisten über die Lippen kommen. „Befehlsempfängerin“ ist Fanny, eine zweijährige Labradorhündin mit intensiver Ausbildung zum Blindenführhund.
Seit gut zwei Wochen geleitet Fanny die 54-jährige schwerst Sehbehinderte durch die Straßen und Gassen der Stadt. Fanny ist der einzige Blindenführhund in Eichstätt.

Stolperfallen und Hindernisse

Die erste Zeit immer mit im Schlepptau: Maria Seitle, aus deren Hundeschule in Neuburg die Labradorhündin kommt. Hier wurde Fanny auch etwa acht Monate geschult, bis sie reif war für ihre schwere Aufgabe. Denn Eichstätt sei zwar optisch wohl schön, wie Angelika Scherupp betont, aber nicht gerade behindertenfreundlich. Stolperfallen und Hindernisse gibt es etliche, und über diese muss Fanny ihr neues „Frauchen“ möglichst sicher führen.
Drei Wochen dauert im Regelfall die Begleitung durch Maria Seitle: Es werden alle wichtigen Routen in der Stadt abgegangen – am Schluss muss Fanny den Weg in die Kirche, zum Arzt oder zum Metzger möglichst „blind“ finden. Labradore seien ideale Führhunde, so Seitle, die mit ihrem Mann schon knapp 200 Blindenhunde ausgebildet hat: gelehrig, aggressionslos, freundlich und vor allem nervenstark. „So wie bei Lassie ist das hier aber nicht“, klärt Seitle auf. Das Vertrauensverhältnis müsse hart erarbeitet werden.
„Es ist ein Kampf“, fügt Angelika Scherupp an. Gerade die erste Woche war schwer: „Das schaff’ ich nicht“, habe sie gedacht. Mittlerweile laufe es von Tag zu Tag besser, sagt die von Geburt an fast blinde Frau, die sich den Weg bisher mit dem berühmten weißen Stock gebahnt hat. „Einen Hund wollte ich schon immer“, erzählt sie. Es sei aber nie dazu gekommen.
Jetzt hat sie dann doch den Schritt gewagt, einfach weil Angelika Scherupp mehr Bewegung wollte. Und dafür sorgt Fanny: „Ging ich früher mit dem Stock recht traurig vor mich hin“ – und zwar nur die allernötigsten Wege –, ist mittlerweile auch die kleine Altmühlrunde drin. „Das hätte ich mich sonst nie getraut“, so Scherupp, seit über 30 Jahren Telefonistin im Landratsamt. Als nächstes steht auch mal ein Ausflug zum Seminarweg an. Für die gebürtige Domstädterin einst unerreichbares Terrain.
Und dabei entpuppt sich Fanny auch als kleines Kommunikationswunder: Machten bisher die Menschen eher einen Bogen um die stockklappernde Frau mit der auffälligen, orangefarbenen Brille, kommen jetzt plötzlich mehr und mehr Gespräche vor allem auch mit anderen Hundebesitzern zustande. Für Angelika Scherupp ist das ein gewaltiges Stück Lebensqualität mehr. Die anfängliche Skepsis sei einer gewissen „Erleuchtung“ gewichen: „Des pack’ ich schon.“

Prominente Kundschaft

In den nächsten Tagen ist der Job von Maria Seitle (deren Hundeschule auch so prominente Kundschaft wie die FC Bayern- Bosse Uli Hoeneß oder Karl- Heinz Rummenigge mit „normalen“ Labradoren versorgt) vorläufig beendet. Natürlich werde sie aber noch ab und zu nach Eichstätt schauen, um Angelika Scherupp weiterhin zu unterstützen. Rund 20 000 Euro kostet der Hund samt Training. Für die Kosten kommt die Krankenkasse auf. Die nimmt dann auch eine Art Abschlussprüfung ab.
Wenn alles klappt, wird Fanny Angelika Scherupp die nächsten zehn Jahre begleiten: Labradore werden bis zu 13 Jahre alt. Ein kleines Problem gilt es aber noch zu überwinden: Der Katze, die Angelika Scherupp daheim hat, ist der neue Mitbewohner noch nicht so ganz geheuer. „Die geht Fanny lieber aus dem Weg.“ Zu befürchten hat sie aber nichts. Denn Labradore, so versichert Maria Seitle, tun eines gewiss nicht – zubeißen.

23.06.2015: Hunde bei uns in der Blindenführhund-Ausbildung

Bei uns werden folgende Rassen ausgebildet:

  • Labrador Retriever
  • Labradoodle
  • Goldendoodle
  • Großpudel

Sämtliche Hunde sind kastriert und gechipt. Sie leben überwiegend bei den Trainern und bei Familie Seitle zu Hause in der Wohnung bzw. im Haus.

Ist der Trainer abwesend (zum Beispiel wegen Einarbeitungslehrgängen, Weiter- oder Nachschulungen, Nachbetreuungen, Krankheit oder Urlaub) und kann demzufolge nicht mit seinen Hunden zusammen sein, haben wir ein spezielles Programm entwickelt, in dem die Hunde individuell und nach ihren Bedürfnissen von einem Hundebetreuer beschäftigt werden. Während dieser Zeit sind die Hunde in unserem modernen und sehr großzügig angelegten Hundehaus immer zu zweit in einem der Hunde-Appartements untergebracht.

Es stehen auf unserem Freigelände unzählige tolle Auslaufmöglichkeiten zur Verfügung, auf welchen sie mehrmals täglich im Rudel toben und spielen können. Bei entsprechenden Temperaturen dürfen sich unsere Vierbeiner auch im See an unserem Grundstück ausgelassen tummeln und vergnügen. Es ist uns ein am Herzen liegendes Bedürfnis, dass die Hunde wenig Zeit alleine oder unbeschäftigt verbringen. Der Hund als Rudeltier braucht sowohl ausgiebigen Sozialkontakt zu seinen Artgenossen und wegen seiner speziellen Aufgabe als künftiger Blindenführhund noch mehr zu uns Menschen.

 

Alle unsere Vierbeiner können von Führhundinteressenten jederzeit in unserer Schule besucht, besichtigt und wenn es der Ausbildungsstand erlaubt, auch im Führgeschirr getestet werden.
PATENFAMILIEN gesucht!
Ab sofort suchen wir dringend Patenfamilien für unsere schwarzen und blonden Labradorwelpen!

Nähere Informationen finden Sie unter Patenfamilien.

15.06.15: Eine neue Erfahrung …

Hallo Maria und Wolfi mit Team,

anbei unser Klinikbericht über unsere 8-wöchige Reha. Wir waren im Fischer-Haus in  Michelbach, Ortsteil Gaggenau. Dass das mit der Reha geklappt hat, ist auch euer Verdienst und ich nutzte die Zeit, mit Marlon zu arbeiten. Es ist zugleich ein sehr gutes Zeugnis, wie Marlon und ich als Team zusammenarbeiten. Viel Spaß beim Schmöckern.

Viele Grüße Rene mit Marlon

Eine neue Erfahrung …

Seit langer Zeit schon findet unser Angebot, Patienten mit Hunden aufzunehmen, regen Zuspruch. Wir durften schon viele Hunderassen kennenlernen, die Erziehung der Hundetypen (z.B. Jagdhunde, Hütehunde oder Schutzhunde) begleiten und erleben, wie wichtig die enge Beziehung zwischen Hund und Herrchen auch in der Therapie sein kann.

Vor kurzem durften wir eine neue Erfahrung machen: zu uns kam ein blinder Patient mit einem ausgebildeten Blindenführhund. Wir waren gespannt, wie sich diese Herausforderung im Klinikalltag meistern ließe. Herr Steinhübel brachte am Aufnahmetag seinen „Marlon“ mit, einen vierjährigen blonden Labrador- Rüden. Herr S. wurde den üblichen Aufnahmeritualen unterzogen, zu denen allerdings Marlon ihn begleitete – in der Medizinischen Abteilung, im Aufnahmebüro und beim Therapeuten durfte der Hund dabei sein.

Hier hatten wir schon die erste Besonderheit: ausgebildete Blindenführhunde haben das Recht, ihr Herrchen überall hin zu begleiten, auch in Räume, wo sonst keine Hunde zugelassen sind! Spannend war, wie schnell Herr S. und sein Marlon sich innerhalb der Klinik zurechtfanden. Einen Weg, der dem Hund einmal gezeigt wurde, konnte er schon beim nächsten Mal selbständig, aber immer auf Kommando des Hundeführers, ansteuern. Auch das Gassigehen erledigte das eingespielte Team alleine: nach anfänglicher  Begleitung durch einen Sehenden konnten die beiden ihre Spaziergänge mehrmals täglich alleine bewältigen.

Bei der Fährarbeit trug Marlon ein besonderes Geschirr, den Bügel, der Bewegungen und Richtungsänderungen des Hundes unmittelbar an sein Herrchen weitergab, damit dieser sich sicher und unfallfrei im Haus und auch außerhalb bewegen konnte. Auch bei Treppen konnte Herr S. so die Richtung (nach oben oder unten) spüren und er verließ sich bedingungslos auf seinen sehr gut ausgebildeten und auf ihn fixierten  Lebensbegleiter. Faszinierend war, wie freudig der Hund arbeitete und seinem Herrchen den Weg bereitete.

Ebenso geduldig war Marlon bei den Gruppensitzungen, bei denen er in der Gesprächsrunde neben dem Stuhl von Herrn S. lag und zufrieden schlafend wartete, bis er wieder gebraucht wurde. Schnell hatte  Marlon natürlich auch seinen Charme ausgespielt und die Empfangsdamen um den Finger gewickelt: nach dem Gassigehen holte er sich sein Leckerli ab und Herr S. musste sehr konsequent sein, um ihn wieder zur „Arbeit“ zu animieren.

Für uns war der Aufenthalt der beiden eine interessante und lehreiche Erfahrung. Jederzeit würden wir wieder einen so gut ausgebildeten, angenehmen und freundlichen Hund zusammen mit seinem umsichtigen und vorausdenkenden Menschen aufnehmen. Wir haben auf jeden Fall bestätigt bekommen, wie eng, bereichernd und sinnvoll eine Beziehung zum Paitiler Hund sein kann und wünschen Marlon und seinem Herrchen eine lange gemeinsame Zukunft!

10.11.2014: Dankesschreiben

Wir hatten zum einem erlebnisreichen Wochenende mit einem geführten Ausflug durch den Seminarwald sowie einem Fahrertraining bei Audi, mit der Gelegenheit einmal selber am Steuer zu sitzen, eingeladen. Über die vielen positiven Rückmeldungen haben wir uns sehr gefreut und möchte Ihnen diese natürlich nicht vorenthalten.

Stuttgart, 24. Oktober 2014

Hallo Familie Seitle,

ich möchte mich für das schöne Blindenführhunde-Treffen bedanken!
Die tolle Organisation, dass ihr euch mit allem so viel Mühe gemacht habt, dass ich und meine Mama so viele tolle freundliche blinde und sehende Menschen kennen lernen konnten und so viele andere Blindenführhunde und auch junge Hunde mit ihren Patenfamilien.

Ganz besonders hat mir natürlich der Tag bei Audi gefallen, es war ein großer Traum von mir einmal selbst Auto zu fahren und Ihr habt es mir möglich gemacht, danke für alles.
Und natürlich danke ich meinem Führhund Max, er hilft mir so viel und ist ein ganz lieber J!

Ganz liebe Grüße an alle
Nilkas mit Max


Neumarkt, 23.10.2014

Hallo Wolfgang,

ich möchte Dir, Deiner Frau und dem ganzen Team für dieses wunderschöne Wochenende danken. Es war herrlich, mal selbst am Steuer eines Autos zu sitzen, die gemeinsamen Abende waren super und deine Schule ist wirklich einzigartig toll. Das Wochenende werde ich nie vergessen. Wolfgang ihr alle seid einfach spitze, macht so weiter.

Viele liebe Grüße
Ursel mit „Dan“ und Familie


Wüstenrot, 17.10.2014

Liebe Maria, lieber Wolfgang,

wir bedanken uns nochmals sehr herzlich für das tolle Wochenende. Der Alltag hat uns wieder, aber wir zehren noch kräftig davon. Ihr alle habt Euch so viel Mühe gegeben und uns so um- und versorgt. Uns hat es sehr gut gefallen. Ich denke noch gerne an die Wanderung mit dem Förster zurück. Wie das Rudel Hunde im Wald unterwegs war, seinen Spaß hatte und in das Wasserloch gesprungen ist. Mich hat die Nachtwanderung zurück zum Parkplatz begeistert. Ich erinnerte mich an „alte Zeiten“. Der „Audi-Tag“ war natürlich der Höhepunkt. Also, was die sich Mühe gegeben haben. Ich habe alles brühwarm meinem Schwager, der bei AUDI Neckarsulm arbeitet, erzählt. Die Manager – inklusive der Herr, der jetzt bei Porsche arbeitet – sind sehr feine Menschen. Z. B. in der Halle mit dem Fahrsimulator suchte ich eine Toilette und sprach deswegen Herrn Dr. Boland an. Dieser führte Andrea und mich ins Hauptgebäude. Er wartete anschließend auf uns und bot uns an, mit dem Auto zur Halle zurückzufahren. Mich persönlich hat die „Offroad-Fahrt“ mit dem A6 Quattro begeistert. Besonders die Steigung (= wie in einer Achterbahn) und die Neigungsfahrt hat mir gefallen. Wolfang, das habt Ihr gut „eingefädelt“. Ihr seid richtige „Käpsele“ (= höchste schwäbische Auszeichnung). Es war ein unvergeßliches Wochenende von dem wir noch lange reden werden. Vielen Dank für das sehr gute Essen am Sonntag. Ich muß immer noch lachen, wenn ich an unseren Corgy denke, der bei Euch sehnsüchtig wartend am Tor saß und wartete, bis er abgeholt wurde. Nicht zuletzt vielen Dank an Julia und Florian, die sich rührend um uns gekümmert haben. Die Beiden waren eine große Hilfe.
Ihr habt das sehr professionell organisiert. Wir bewundern Euch, wie Ihr das neben dem normalen Tagesgeschäft noch organisieren und durchführen konntet.
Mir persönlich haben das Wochenende und die Gespräche viel Kraft für den Alltag gegeben. Karl-Heinz ist stolz und Corgy ist froh, daß er wieder zu Hause ist.
Sagt den anderen vom Team bitte viele Grüße von uns. Wir wünschen Euch alles Gute. Bleibt vor allem gesund.

Viele liebe Grüße senden Euch
Martina, Karl-Heinz und Corgy


Bad Camberg, 16.10.2014
Liebe Familie Seitle,

im Namen meiner Tochter Alexa darf ich Ihnen den herzlichsten Dank für das so großartig gelungene Event vom letzten Wochenende aussprechen. Auch mir als Begleitperson waren diese Tage ein unvergessliches Erlebnis.
Herzliche Grüße
Alexa mit Führhündin „Lucca“ und Papa Josef


Weilerswist, 14.10.2014
Hallo Ihr Lieben,
hallo Maria, hallo Wolfgang,

auch ich möchte mich nochmals recht herzlich bedanken für die schöne Zeit in Neuburg. Es war aufregend und hat Arthus und mir Spaß gemacht. Es war die erste lange Tour, die ich alleine mit Arthus unternommen habe. Er hat mich sehr gut hin und wieder zurück gebracht. Danke auch nochmals für die sehr gute Ausbildung. Freue mich schon auf das nächste Treffen.

Schöne Grüße aus Weilerswist, auch an das gesamte Team
Pierre mit Arthus und Familie


Tegernsee, 14.10.2014
Hallo liebe Maria und lieber Wolfgang mit Team,

vielen Dank für die schönen Fotos. Dieses Wochenende wird mir unvergessen bleiben. Es war sehr spannend und aufregend. Vielen Dank für die tolle Organisation.

Liebe Grüße von Bernd, Leni und mir.


Karlsruhe, 14.10.2014
Guten Morgen Wolfgang und Maria,

ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei Euch und allen bedanken. So ein tolles Wochenende habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Diese Tage werde ich so schnell nicht vergessen.
Auch an Euer ganzes Team einen großen Dank. Es war einfach alles super!

Lieben Gruß aus Karlsruhe
Jörg und Buddy


Deuselbach, 13.10.2014

Hallöchen,

wir sind wieder gut Zuhause angekommen und bedanken uns nochmals ganz herzlich für die schönen Tage. Grüße bitte an das gesamte Team für den unermütlichen Einsatz.

Nochmals ganz liebe Grüße
Klaudia und Martin mit Führhund „Seppl“


 

 

10.10.2014: Mit allen Sinnen erleben. Ein Waldspaziergang der besonderen Art.

Zu einem Ausflug der besonderen Art hatten Wolfgang und Maria Seitle ihre 21 blinden und sehbehinderten Gäste mit ihren Führhunden in den Seminarwald geladen. Das Erleben der Umgebung stand dabei im Vordergrund. Auf dem Gang durch den Wald – geführt wurde die Gruppe durch Seminarförster Alfred Hornung – wurde an unterschiedlichen Stationen Halt gemacht. So z.B. vor einer großen Abraumhalde für Kieselerdeabbau. Das Erfühlen der Proben aus Roherde, Steinen, gewaschenem Sand und der feinen Kieselerde, machte für die Teilnehmer die Unterschiede der Materialien „erlebbar“. An der zweiten Station konnte der Unterschied zwischen festgefahrenem Boden und dem lockeren, weichen Waldboden beim Gehen erspürt werden. Betasten und Beriechen von frischem Tannen- und Blattgrün führte dann zu interessanten Bezeichnungen, wie die „garstige“ Fichte oder die „samtweiche“ Buche. Abschließend betrachtet war es für die Hundeführer und ihre Hunde ein erlebnisreicher Tag.

10.10.2014: Fahr- und Sicherheitstraining für Sehbehinderte – das klingt nach einem spannenden Tag

Selber Autofahren als Sehbinderter? Das klingt zuerst einmal unmöglich. Doch zu diesem außergewöhnlichen Event hatte die Blindenführhundschule Seitle in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Audi eingeladen. Nach einer ausgiebigen Einweisung durch den Instruktor Klaus Wiecher, hatte jeder Teilnehmer die Gelegenheit, das Erlernte auch praktisch umzusetzen. Für einige ging damit ein großer Wunsch in Erfüllung – zum ersten Mal im Leben selber am Steuer zu sitzen. Zuerst noch vorsichtig, dann mutiger wurden selbständig Runden auf dem großzügigen Gelände gedreht. Im anschließenden Sicherheitstraining wurde allen Beteiligten demonstriert, wie man sich schnell aus einem verunfallten Fahrzeug befreien kann. Für alle Teilnehmer ein spannender Tag.

Nach oben