Henry und Susann mit „Zambi“

Hallo liebe Blindenführhundinteressierte!

Wir, das sind Henry und Susann mit dem Blindenführhund Zambi, möchten einige Erfahrungen mit der Blindenführhundschule Maria Seitle weitergeben.

Zuerst einmal einige Informationen zu unserer Familie: Henry leidet unter dem Usher-Syndrom, dies bedeutet er hat eine Schwerhörigkeit und einen Tunnelblick ähnlich einer RP. Seit einigen Jahren trägt er 2 Cochlea-Implantate, welche ihm ein tolles Hörvermögen geben. Bei den Augen ist es ähnlich wie bei einer RP, es wird immer dunkler um ihn herum. Er war bei der Antragstellung 63 Jahre alt. Diesen Bericht schreiben wir gemeinsam, da wir auch ansonsten vieles gemeinsam machen!

In unserer Familie lebte 15 Jahre lang ein mittelgroßer Schnauzer-Mix, welcher uns als Hundebesitzer „ausgebildet“ hat

Nachdem wir einen Blindenführhundinteressiertenseminar bei Pro Retina in Soest besucht haben, wuchs bei Henry das Interesse einen eigenen Blindenführhund zu besitzen.

Zu Hause angekommen machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer geeigneten Blindenführhundschule. Dies geschah natürlich über das Internet und befreundeten Blindenführhundhaltern. Da Henry auf keinen Fall italienische Befehle lernen wollte, schieden diese Blindenführhundschulen aus. Durch gute Empfehlungen stießen wir auf die Blindenführhundschule Seitle. Der erste telefonische Kontakt mit Herrn Wolfgang Seitle war sehr angenehm. Meine erste Frage war, ob er Henry trotz seinem Alters einen Hund geben würde.

Alle unsere Fragen wurden bei diesem ersten Telefonat komplett beantwortet. Es folgten weitere Telefonate und dann hatten wir einen Termin bei dem uns    Herr Seitle besuchte. Dies alles lief sehr schnell und sehr unkompliziert ab. Wolfgang Seitle ist ein Mann der offene Worte spricht und auch kompetent alle Fragen beantworten kann.

Wir entschieden uns für diese Schule und Familie Seitle für uns.

Bei der Antragstellung und der Beantwortung der Fragen von der Krankenkasse half uns Familie Seitle sehr.

Einige Wochen später erhielten wir tatsächlich die Zusage der Krankenkasse, dass wir einen Hund der Hundeschule Seitle haben können. Hier können wir uns bei der sehr netten Sachbearbeiterin der Techniker Krankenkasse bedanken!

Auch die Schnelligkeit hat uns sehr verwundert. Im November besuchten wir den Informationslehrgang, im Dezember stellten wir den Antrag, im Januar  wurde der Antrag genehmigt und Wolfgang Seitle berichtete uns von einem Hund, der wunderbar zu Henry passen würde. Er habe ihn seit einem Jahr zur Ausbildung und wir sollten  ungefähr im Juli mit der Übergabe rechnen. Wir waren begeistert!

Noch begeisterter waren wir als wir im April einen Anruf erhielten, dass ein blonder Rüde für Henry bereit stehen würde. Der Einführungslehrgang könne im Anfang Mai stattfinden. Da wir einen Aida Urlaub geplant hatten, war Familie Seitle äußerst kooperativ. Es wurde ermöglicht, dass Frau Maria Seitle den Einführungslehrgang komplett bei uns in der Umgebung durchführt. Normalerweise sind die Einführungslehrgänge zwei Wochen bei Familie Seitle und eine Woche im Heimatort des Blindenführhundhalter. Jedoch hatte ich durch die Urlaubsplanung keine Urlaubstage mehr zur Verfügung.

So kam Maria Seitle mit Zambi zu uns in die schöne Vorderpfalz. Frau Seitle ist eine sehr einfühlsame und sanfte Lehrerin, die jedoch bei dem Hund absolute Autorität hat. Sie war sehr konsequent zu dem Hund und sehr rücksichtsvoll mit der Hörproblematik von Henry.

Den ersten Tag der Schulung werden wir wohl beide nicht vergessen.

Henry war sehr aufgeregt und ich sehr gespannt was mich nach der Arbeit erwarten würde. Mich erwartete zuhause ein kleines Team, jedoch kein kleines Tier. Vorher hatten wir einen kniehohen Hund nun einen Hund, der locker auf den Tisch schauen kann. Das war für uns beide eine große Umstellung.

Die Einschulung war ein großer Erfolg! Henry war mit Maria  und Maria mit Henry und beide waren mit Zambi zufrieden. Henry blühte regelrecht auf, er war und ist nun in der Lage alleine mit dem Hund zu gehen.

Das Gespann Henry und Zambi passen wunderbar zueinander. Beide sind ruhig und gelassen und mögen keine Hektik. Einen besseren Hund hätte Wolfgang Seitle nicht aussuchen können.

Nach drei Wochen wurde die Gespannprüfung durchgeführt. Henry war sehr aufgeregt, seine letzten Prüfungen lagen ja auch schon lange zurück. Aber das Gespann war sehr gut eingestellt und geschult. Das Prüferteam fragte am Ende bei der Besprechung tatsächlich, wie viele Blindenführhunde Henry schon gehabt hätte! Da war das Erstaunen groß, dass Zambi der erste Hund ist. Hier sieht man die gute und einfühlsame Einarbeitung von Maria Seitle und natürlich die gute Ausbildung von dem Hund. Die Prüfung wurde mit Bravour bestanden.

Heute ist Zambi bereits ein dreiviertel Jahr bei uns. Wir hatten einige Fragen an Familie Seitle, welche wir immer wieder besprechen konnten. Eine kurze Nachricht und schon melden sich die Seitles. Einmal waren wir in Saulgrub im Aura Hotel und auch dort hat uns Wolfgang Seitle besucht um einige Fragen zu beantworten. Immer wieder konnten wir erfahren, dass Wolfgang Seitle einen großen Erfahrungsschatz hat, von dem alle profitieren können.

Bei dieser Schule fühlen wir uns sehr gut aufgehoben und betreut. Wir würden immer wieder die Blindenführhundschule Seitle wählen und haben sie schon oft weiter empfohlen.

Nachdem Zambi nun bereits seit 9 Monaten bei uns ist, Henry mit ihm einiges erlebt hat und wir gemeinsam einige Urlaube verbracht haben, möchte niemand mehr auf diesen tollen Hund verzichten. Wenn ich arbeiten bin, weiß ich, dass Henry einen Freund und Aufpasser zur Seite hat. Henry geht selbstbewusster durchs Leben und hat sogar festgestellt, dass er, wenn er mit dem Hund unterwegs ist, viel öfter angesprochen wird…

„Willi“,“Simon“ und Herrchen

Ich bin Blindenführhundhalter seit März 2007.

Seit 2006 hab ich den anerkannten Blindenstatus. Als absehbar war, dass ich in EU-Rente gehe, war für mich klar, mir einen Blindenführhund anzuschaffen. Dies besprach ich ausführlich in der Familie, ob alle damit einverstanden sind. Da zu dieser Zeit meine große Tochter noch große Angst vor Tieren hatte, war sie trotz Einverständnis sehr skeptisch. Über BBSB München besorgte ich mir mögliche Adressen von Führhundschulen. Diese bat ich Telefonisch um einen Kostenvoranschlag zum Beantragen bei der Krankenkasse. Führhundschule Seitle schickte als Erste den Kostenvoranschlag. Im Umschlag befanden sie zudem noch 2 interessante Broschüren über Führhunde. Ich entschied mich für die Seitle-Schule. Diese schauten sich bei mir das Wohnumfeld sowie meine familiäre Situation an. Dabei kam auch die tierangst der Tochter zur Sprache. Sie sagten uns zu, einen passenden Hund zu finden. So kamen wir zu Willi. Allerdings mussten wir erst noch umziehen, da der damalige Vermieter sich extrem gegen Haustiere sträubte. Um uns den Umzug zu erleichtern, hielt die Seitle-Schule den nun bereits fertig ausgebildeten Hund noch 14 Tage länger bei sich.

Am Montag, den 5. März 2007 kam Willi in unseren Haushalt. Die 3-wöchige Einführung erfolgte bei uns zu Hause, was mir äußerst angenehm war. Willis Ausbilderin kam während dieser Zeit täglich vorbei und erklärte ruhig und sehr sachlich alles was wichtig war. Auf die Gespannprüfung warteten wir allerdings 5 Monate, die wir mit Bravour meisterten.

Ob im Alltag oder im Urlaub waren wir ein eingeschworenes Team und immer zusammen. Willi gab mir mein Selbstvertrauen wieder. Mir fiel es wesentlich leichter meine Wege mit Hund als mit dem Führstock zu erledigen. Außerdem ging ich sicherer durchs Leben, da ich mit 100%ig auf meinen Willi verlassen konnte. Besonders positiv war, dass Willi meiner Tochter die Tierangst genommen hatte, heute hat sie gesunden Respekt vor Tieren. Je länger Willi und ich beieinander waren, wuchsen wir immer enger zusammen. Als Willi von Arthrose geplagt wurde, was immer stärker wurde im zunehmenden Alter, reifte der Entschluss für Willis Nachfolger zu sorgen. Da ich mit der Hundeschule Seitle äußerst zufrieden war, wendete ich mich erneut an diese.

So kam am 04.09.2017 Simon zu uns. Beide Hunde legen jetzt bei uns, vertragen und harmonisieren prima miteinander. Im Vorfeld hatte ich die Befürchtung, dass sich beide nicht so verstehen würden. Zum Glück war es nicht der Fall. Die Einführungszeit hatten wir wieder am Wohnort.

Viele Grüße von Willi, Simon und Herrchen

P.S. Ich kann die Führhundschule Seitle nur empfehlen

Astrid mit „Lilou“ aus Hessen

Schon länger interessierte ich mich für einen Blindenführhund und als ich dann einmal beim Einkaufen eine blinde Frau mit Führhund traf, fragte ich sie, aus welcher Schule der Hund wäre. Sie sagte, er sei von der Blindenführhundschule Seitle.

Wieder zuhause angekommen schauten meine Familie und ich im Internet nach der Adresse und ich rief bei Maria und Wolfgang Seitle an, um einen Besichtigungstermin in Neuburg zu vereinbaren.

Beim Besuch in Neuburg wurde mir erklärt, wie die Beantragung ablaufen würde und alle meine Fragen, die ich bezüglich eines Blindenführhundes hatte, wurden beantwortet. Die Hunde, welche zu dieser Zeit in Ausbildung waren, wurden mir vorgestellt. Ein Hund, Stella, nahm mir meinen Führstock aus der Hand und legte sich zu meinen Füßen. Zuhause sagte ich dann immer: „Diesen Hund möchte ich haben!“

Nach der Antragstellung im Juni 2010 besuchte mich Wolfgang Seitle zuhause und machte sich ein Bild vom künftigen Heim des Führhundes. Ein paar Wochen später kam die Genehmigung der Krankenkasse, sodass ich in Neuburg anrufen konnte, dass nun ein Hund für mich ausgebildet werden könnte. Frau Seitle sagte, sie hätten schon einen für mich, es sei Stella! Ich war sehr glücklich und konnte es kaum bis zur Einarbeitung abwarten.

Dann war es im Oktober endlich soweit! Am Anfang war es ganzschön anstrengend und ich dachte, ich würde es nie schaffen. Meine Trainerin war jedoch zuversichtlich und sagte immer wieder „Das wird schon!“

Nach der zweiwöchigen Einarbeitung in Neuburg wurde daheim und in der Umgebung geübt. Die Prüfung klappte trotz meiner Aufregung super – Stella war sehr gut ausgebildet und arbeitete gerne.

Im Führgeschirr war sie immer aufmerksam und auch im Freilauf ließ sie mich nie ganz aus den Augen.

Dass Blindenführhunde besonders intelligent und achtsam sind, zeigte sich auch einmal im Urlaub. Normalerweise fahre ich nicht mit der Bahn und dachte, Stella würde die Abgrundverweigerung am Bahnsteig verlernen. Aber als wir dann doch einmal Zug fuhren, belehrte sie mich eines Besseren.  Meine Hündin wusste auch nach Jahren noch, was sie zu tun hatte!

Leider wurde Stella 2015 krank, trotzdem führte sie mich noch immer gut und sicher.

Bei Fragen konnte ich mich immer an Familie Seitle wenden. Auch, als ich Probleme mit der Krankenkasse im Zusammenhang mit Stellas Krankheit hatte, halfen sie mir weiter.

Im April 2017 musste Stella leider außer Dienst gestellt werden, weshalb ich mich entschied, wieder einen Hund aus der Führhundschule Seitle zu nehmen und beantragte eine Folgeversorgung.

Nur zwei Monate später ging meine liebe Stella über die Regenbogenbrücke ☹

Im Mai kamen Maria und Wolfgang Seitle wieder zu Besuch und wenig später erhielt ich die Genehmigung der Krankenkasse. Im September fuhr ich erneut nach Neuburg und lernte meine zweite Hündin, Lilou, kennen. Lilou war fast fertig ausgebildet, sodass unsere Einarbeitung schon im Dezember beginnen konnte. Ich war sehr erstaunt, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Lilou und mir von Anfang an klappte. Auch die Betreuung in Neuburg fand ich sehr gut, man kann Familie Seitle oder seine Trainer(in) jederzeit telefonisch erreichen, wenn es ein Problem gibt. Das Personal im Hotel ist immer hilfsbereit! Sehr schön finde ich auch, dass der Gassiweg in Hotelnähe ist und man diesen auch alleine bewältigen kann.

Wieder zuhause angekommen funktionierte die Führarbeit und auch der Freilauf auf Anhieb, obwohl Lilou ja fremd war.

Mit Wolfgang übte ich die Übungstrecke, welche ich mir ausgesucht hatte. Die Prüfung war direkt nach der kurzen Einarbeitungszeit in Wiesbaden. Wie beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt!

Wolfgang beruhigte mich immer wieder und meinte, dass wir doch alles könnten. Der Prüfer war sehr nett, er merkte mir die Aufregung an und versicherte mir, dass ich keinen Grund dazu hätte. Ich sollte den Hund nur alles machen lassen, dann würde es schon klappen. So war es dann auch, Lilou meisterte die Prüfung ganz gelassen.

Auch diesmal habe ich mich mit der Patenfamilie in Verbindung gesetzt, weil mich interessiert, wie mein Hund als Welpe war. Die Familien haben sich jedes Mal sehr über die Kontaktaufnahme gefreut.

Lilou ist ein kleiner Wirbelwind, im Freilauf ist sie nicht müde zu bekommen! Aber wenn sie im Führgeschirr ist, legt sie einen Hebel um, ist sehr konzentriert und macht ihre Arbeit toll. Für die kurze Zeit, in der wir erst zusammen sind, ist alles super und ich bin froh, sie bei mir zu haben!

Astrid mit Lilou aus Hessen

Helene mit „Kira“

  1. Januar 2018

Gestern war meine Gespannprüfung. Nun habe ich auch einen Hund. Meinen aller ersten Blindenführhund.. Sie heißt Kira und schon jetzt weiß ich, dass sie der süßeste und intelligenteste aller Vierbeiner ist. Noch vor drei Jahren konnte ich mir kaum vorstellen, einen Hund zu halten. Das ist ein Lebewesen, das artgerecht gehalten werden sollte: mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Ich habe genug damit zu tun, meinen drei Kindern ein angemessenes zu Hause zu bieten. Und dann noch einen Hund anschaffen! Dass es Blindenführhunde gibt, die auch helfen, davon habe ich zwar gehört, konnte es mir jedoch nicht vorstellen, wie es im Alltag funktionieren sollte.

Ein Bekannter der Familie führte uns an die Thematik heran. Während einer langen Antragsbearbeitungszeit bei der Krankenkasse habe ich mich immer wieder damit auseinandergesetzt, Mir immer wieder die Frage gestellt, kriege ich es denn hin? Wie wird es sein, wenn der Hund da ist?

Fast zwei Jahre nach der Antragstellung sind vergangen. Sowohl während der Wartezeit und als es nun soweit war, war die Schule Seitle immer ein der treuer Ansprechpartner. Und nun haben wir unser Mädchen: Klug, gescheit und exzellent erzogen und ausgebildet Dank der Patenfamilie, in der unsere Kleine ihr erstes Lebensjahr verbracht hat, und natürlich dank der exzellenten Ausbildung an der Ausbildungsschule Seitle. Sie und ich: wir haben uns seit dem ersten Augenblick verstanden. Wenn sie im Dienst ist (d.h. wenn Sie das Geschirr an hat bei der Bewältigung der Wege und Strecken hilft), ist sie absolut und mit Freuden bei der Sache. Ich nehme sie mit zur Arbeit, wir gehen zusammen Einkaufen, wir bringen gemeinsam die Kinder zur Schule. Ich wusste nicht, dass es so einfach sein kann, so unproblematisch, Treppen, Hindernisse, auf meinen täglichen Wegen zu bewältigen. Ich sage nicht zu viel, wenn ich behaupte, von Anfang an herrschte absolutes Vertrauen zwischen uns beiden. Ich verlasse mich auf sie und das beruht auf Gegenseitigkeit.

Auch bei der Freizeit ist sie eine Bereicherung für uns alle, die Kinder verwöhnen sie nach Strich und Faden mit Streicheleinheiten und knuddeln. Es ist natürlich so, dass wie in jedem „Rudel“ und auch in jeder Wohngemeinschaft gewisse Regeln bestehen müssen. Daran arbeiten wir. Kira, mittlerweile umgetauft in Baghira (Dschungelbuch), ist bereits nach drei Wochen aus unserem Leben nicht wegzudenken. Vor allem für mich als blinde Mutter dreier Kinder und fest im Beruf stehend ist unser kleiner Liebling eine enorme Erleichterung und Bereicherung. Und eine unschätzbare Hilfe!

Helene (39 Jahre)

Diplom Psychologin

 

 

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