Erfahrungsberichte von Menschen, für die wir Blindenführhunde ausgebildet haben.

Mandy und „Maya“ aus Augsburg

Lieber Wolfgang und ein Hallo an die Blindenführhundeschule Seitle!

Nun habe ich meine Blindenführhündin Maya schon zwei Jahre und ich möchte euch mal ein kleines Feedback über die vergangene Zeit geben.

Die Entscheidung für eine Blindenführhund habe ich mir nicht einfach gemacht, da ich mir keine Vorstellung machen konnte, wie sich das Leben mit einem Hund gestaltet. Danach gab es einige Gespräche mit der Blindenführhundschule Seitle und meine ganzen Fragen konnten geklärt werden. Somit war die Entscheidung für einen Hund getroffen und die Vorfreude stieg von Tag zu Tag. Dann kam Maya voller Freude und Arbeitseifer in mein Leben und die Phase der Einschulung begann. Als wir dies als Team erfolgreich gemeistert hatten, kam die Gespannprüfung. Diese haben wir mit Bravour bestanden. Somit war zwischen uns das Eis gebrochen und wir starteten in eine sehr schöne gemeinsame Zukunft.

Mit Maya als neues Familienmitglied hat sich mein Leben sehr stark zum Positiven verändert und mit ihr habe ich ganz viele Freiheiten wiedererlangt. Ich kann mich in jeder Lebenslage auf sie verlassen und mit ihr jegliche Wege gehen. Beim Einkaufen sind wir sehr gern gesehene Kunden. Jeder freut sich, wenn wir den Laden betreten und die Mitmenschen sind fasziniert, was so ein toller Hund leisten kann. Auch als ich vor einem Jahr einen Unfall hatte und dadurch einige Schwierigkeiten beim Laufen bekommen hatte, meisterte Maya diese Situation hervorragend und passte sich für viele Monate meinem neuen Laufstil an. In unserer Freizeit haben wir sehr viel Spaß und verbringen gemeinsam viel Zeit in der Natur. Wir machen ganz viele Spaziergänge im nahe gelegenen Wald. Bei schönem Wetter gehen wir nach tollen und ausgiebigen Spielzeiten gerne zur Abkühlung baden. Ich möchte meine Maya nicht mehr missen und es gibt nichts, wo ich ohne sie als Begleiterin hingehe. Für mich war es die beste Entscheidung, die ich getroffen habe, denn es ist eine tolle Zeit zu zweit, man trägt Verantwortung, aber Maya gibt mir sehr viel Freude und Glück zurück!

Ich danke der Blindenführhundschule Seitle für die ganz tolle Betreuung und den weiterführenden Kontakt und vor allem für diesen einzigartigen Hund.

Mandy und „Maya“ aus Augsburg, 15.01.2019

Henry und Susann mit „Zambi“

Hallo liebe Blindenführhundinteressierte!

Wir, das sind Henry und Susann mit dem Blindenführhund Zambi, möchten einige Erfahrungen mit der Blindenführhundschule Maria Seitle weitergeben.

Zuerst einmal einige Informationen zu unserer Familie: Henry leidet unter dem Usher-Syndrom, dies bedeutet er hat eine Schwerhörigkeit und einen Tunnelblick ähnlich einer RP. Seit einigen Jahren trägt er 2 Cochlea-Implantate, welche ihm ein tolles Hörvermögen geben. Bei den Augen ist es ähnlich wie bei einer RP, es wird immer dunkler um ihn herum. Er war bei der Antragstellung 63 Jahre alt. Diesen Bericht schreiben wir gemeinsam, da wir auch ansonsten vieles gemeinsam machen!

In unserer Familie lebte 15 Jahre lang ein mittelgroßer Schnauzer-Mix, welcher uns als Hundebesitzer „ausgebildet“ hat

Nachdem wir einen Blindenführhundinteressiertenseminar bei Pro Retina in Soest besucht haben, wuchs bei Henry das Interesse einen eigenen Blindenführhund zu besitzen.

Zu Hause angekommen machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer geeigneten Blindenführhundschule. Dies geschah natürlich über das Internet und befreundeten Blindenführhundhaltern. Da Henry auf keinen Fall italienische Befehle lernen wollte, schieden diese Blindenführhundschulen aus. Durch gute Empfehlungen stießen wir auf die Blindenführhundschule Seitle. Der erste telefonische Kontakt mit Herrn Wolfgang Seitle war sehr angenehm. Meine erste Frage war, ob er Henry trotz seinem Alters einen Hund geben würde.

Alle unsere Fragen wurden bei diesem ersten Telefonat komplett beantwortet. Es folgten weitere Telefonate und dann hatten wir einen Termin bei dem uns    Herr Seitle besuchte. Dies alles lief sehr schnell und sehr unkompliziert ab. Wolfgang Seitle ist ein Mann der offene Worte spricht und auch kompetent alle Fragen beantworten kann.

Wir entschieden uns für diese Schule und Familie Seitle für uns.

Bei der Antragstellung und der Beantwortung der Fragen von der Krankenkasse half uns Familie Seitle sehr.

Einige Wochen später erhielten wir tatsächlich die Zusage der Krankenkasse, dass wir einen Hund der Hundeschule Seitle haben können. Hier können wir uns bei der sehr netten Sachbearbeiterin der Techniker Krankenkasse bedanken!

Auch die Schnelligkeit hat uns sehr verwundert. Im November besuchten wir den Informationslehrgang, im Dezember stellten wir den Antrag, im Januar  wurde der Antrag genehmigt und Wolfgang Seitle berichtete uns von einem Hund, der wunderbar zu Henry passen würde. Er habe ihn seit einem Jahr zur Ausbildung und wir sollten  ungefähr im Juli mit der Übergabe rechnen. Wir waren begeistert!

Noch begeisterter waren wir als wir im April einen Anruf erhielten, dass ein blonder Rüde für Henry bereit stehen würde. Der Einführungslehrgang könne im Anfang Mai stattfinden. Da wir einen Aida Urlaub geplant hatten, war Familie Seitle äußerst kooperativ. Es wurde ermöglicht, dass Frau Maria Seitle den Einführungslehrgang komplett bei uns in der Umgebung durchführt. Normalerweise sind die Einführungslehrgänge zwei Wochen bei Familie Seitle und eine Woche im Heimatort des Blindenführhundhalter. Jedoch hatte ich durch die Urlaubsplanung keine Urlaubstage mehr zur Verfügung.

So kam Maria Seitle mit Zambi zu uns in die schöne Vorderpfalz. Frau Seitle ist eine sehr einfühlsame und sanfte Lehrerin, die jedoch bei dem Hund absolute Autorität hat. Sie war sehr konsequent zu dem Hund und sehr rücksichtsvoll mit der Hörproblematik von Henry.

Den ersten Tag der Schulung werden wir wohl beide nicht vergessen.

Henry war sehr aufgeregt und ich sehr gespannt was mich nach der Arbeit erwarten würde. Mich erwartete zuhause ein kleines Team, jedoch kein kleines Tier. Vorher hatten wir einen kniehohen Hund nun einen Hund, der locker auf den Tisch schauen kann. Das war für uns beide eine große Umstellung.

Die Einschulung war ein großer Erfolg! Henry war mit Maria  und Maria mit Henry und beide waren mit Zambi zufrieden. Henry blühte regelrecht auf, er war und ist nun in der Lage alleine mit dem Hund zu gehen.

Das Gespann Henry und Zambi passen wunderbar zueinander. Beide sind ruhig und gelassen und mögen keine Hektik. Einen besseren Hund hätte Wolfgang Seitle nicht aussuchen können.

Nach drei Wochen wurde die Gespannprüfung durchgeführt. Henry war sehr aufgeregt, seine letzten Prüfungen lagen ja auch schon lange zurück. Aber das Gespann war sehr gut eingestellt und geschult. Das Prüferteam fragte am Ende bei der Besprechung tatsächlich, wie viele Blindenführhunde Henry schon gehabt hätte! Da war das Erstaunen groß, dass Zambi der erste Hund ist. Hier sieht man die gute und einfühlsame Einarbeitung von Maria Seitle und natürlich die gute Ausbildung von dem Hund. Die Prüfung wurde mit Bravour bestanden.

Heute ist Zambi bereits ein dreiviertel Jahr bei uns. Wir hatten einige Fragen an Familie Seitle, welche wir immer wieder besprechen konnten. Eine kurze Nachricht und schon melden sich die Seitles. Einmal waren wir in Saulgrub im Aura Hotel und auch dort hat uns Wolfgang Seitle besucht um einige Fragen zu beantworten. Immer wieder konnten wir erfahren, dass Wolfgang Seitle einen großen Erfahrungsschatz hat, von dem alle profitieren können.

Bei dieser Schule fühlen wir uns sehr gut aufgehoben und betreut. Wir würden immer wieder die Blindenführhundschule Seitle wählen und haben sie schon oft weiter empfohlen.

Nachdem Zambi nun bereits seit 9 Monaten bei uns ist, Henry mit ihm einiges erlebt hat und wir gemeinsam einige Urlaube verbracht haben, möchte niemand mehr auf diesen tollen Hund verzichten. Wenn ich arbeiten bin, weiß ich, dass Henry einen Freund und Aufpasser zur Seite hat. Henry geht selbstbewusster durchs Leben und hat sogar festgestellt, dass er, wenn er mit dem Hund unterwegs ist, viel öfter angesprochen wird…

„Willi“,“Simon“ und Herrchen

Ich bin Blindenführhundhalter seit März 2007.

Seit 2006 hab ich den anerkannten Blindenstatus. Als absehbar war, dass ich in EU-Rente gehe, war für mich klar, mir einen Blindenführhund anzuschaffen. Dies besprach ich ausführlich in der Familie, ob alle damit einverstanden sind. Da zu dieser Zeit meine große Tochter noch große Angst vor Tieren hatte, war sie trotz Einverständnis sehr skeptisch. Über BBSB München besorgte ich mir mögliche Adressen von Führhundschulen. Diese bat ich Telefonisch um einen Kostenvoranschlag zum Beantragen bei der Krankenkasse. Führhundschule Seitle schickte als Erste den Kostenvoranschlag. Im Umschlag befanden sie zudem noch 2 interessante Broschüren über Führhunde. Ich entschied mich für die Seitle-Schule. Diese schauten sich bei mir das Wohnumfeld sowie meine familiäre Situation an. Dabei kam auch die tierangst der Tochter zur Sprache. Sie sagten uns zu, einen passenden Hund zu finden. So kamen wir zu Willi. Allerdings mussten wir erst noch umziehen, da der damalige Vermieter sich extrem gegen Haustiere sträubte. Um uns den Umzug zu erleichtern, hielt die Seitle-Schule den nun bereits fertig ausgebildeten Hund noch 14 Tage länger bei sich.

Am Montag, den 5. März 2007 kam Willi in unseren Haushalt. Die 3-wöchige Einführung erfolgte bei uns zu Hause, was mir äußerst angenehm war. Willis Ausbilderin kam während dieser Zeit täglich vorbei und erklärte ruhig und sehr sachlich alles was wichtig war. Auf die Gespannprüfung warteten wir allerdings 5 Monate, die wir mit Bravour meisterten.

Ob im Alltag oder im Urlaub waren wir ein eingeschworenes Team und immer zusammen. Willi gab mir mein Selbstvertrauen wieder. Mir fiel es wesentlich leichter meine Wege mit Hund als mit dem Führstock zu erledigen. Außerdem ging ich sicherer durchs Leben, da ich mit 100%ig auf meinen Willi verlassen konnte. Besonders positiv war, dass Willi meiner Tochter die Tierangst genommen hatte, heute hat sie gesunden Respekt vor Tieren. Je länger Willi und ich beieinander waren, wuchsen wir immer enger zusammen. Als Willi von Arthrose geplagt wurde, was immer stärker wurde im zunehmenden Alter, reifte der Entschluss für Willis Nachfolger zu sorgen. Da ich mit der Hundeschule Seitle äußerst zufrieden war, wendete ich mich erneut an diese.

So kam am 04.09.2017 Simon zu uns. Beide Hunde legen jetzt bei uns, vertragen und harmonisieren prima miteinander. Im Vorfeld hatte ich die Befürchtung, dass sich beide nicht so verstehen würden. Zum Glück war es nicht der Fall. Die Einführungszeit hatten wir wieder am Wohnort.

Viele Grüße von Willi, Simon und Herrchen

P.S. Ich kann die Führhundschule Seitle nur empfehlen

Astrid mit „Lilou“ aus Hessen

Schon länger interessierte ich mich für einen Blindenführhund und als ich dann einmal beim Einkaufen eine blinde Frau mit Führhund traf, fragte ich sie, aus welcher Schule der Hund wäre. Sie sagte, er sei von der Blindenführhundschule Seitle.

Wieder zuhause angekommen schauten meine Familie und ich im Internet nach der Adresse und ich rief bei Maria und Wolfgang Seitle an, um einen Besichtigungstermin in Neuburg zu vereinbaren.

Beim Besuch in Neuburg wurde mir erklärt, wie die Beantragung ablaufen würde und alle meine Fragen, die ich bezüglich eines Blindenführhundes hatte, wurden beantwortet. Die Hunde, welche zu dieser Zeit in Ausbildung waren, wurden mir vorgestellt. Ein Hund, Stella, nahm mir meinen Führstock aus der Hand und legte sich zu meinen Füßen. Zuhause sagte ich dann immer: „Diesen Hund möchte ich haben!“

Nach der Antragstellung im Juni 2010 besuchte mich Wolfgang Seitle zuhause und machte sich ein Bild vom künftigen Heim des Führhundes. Ein paar Wochen später kam die Genehmigung der Krankenkasse, sodass ich in Neuburg anrufen konnte, dass nun ein Hund für mich ausgebildet werden könnte. Frau Seitle sagte, sie hätten schon einen für mich, es sei Stella! Ich war sehr glücklich und konnte es kaum bis zur Einarbeitung abwarten.

Dann war es im Oktober endlich soweit! Am Anfang war es ganzschön anstrengend und ich dachte, ich würde es nie schaffen. Meine Trainerin war jedoch zuversichtlich und sagte immer wieder „Das wird schon!“

Nach der zweiwöchigen Einarbeitung in Neuburg wurde daheim und in der Umgebung geübt. Die Prüfung klappte trotz meiner Aufregung super – Stella war sehr gut ausgebildet und arbeitete gerne.

Im Führgeschirr war sie immer aufmerksam und auch im Freilauf ließ sie mich nie ganz aus den Augen.

Dass Blindenführhunde besonders intelligent und achtsam sind, zeigte sich auch einmal im Urlaub. Normalerweise fahre ich nicht mit der Bahn und dachte, Stella würde die Abgrundverweigerung am Bahnsteig verlernen. Aber als wir dann doch einmal Zug fuhren, belehrte sie mich eines Besseren.  Meine Hündin wusste auch nach Jahren noch, was sie zu tun hatte!

Leider wurde Stella 2015 krank, trotzdem führte sie mich noch immer gut und sicher.

Bei Fragen konnte ich mich immer an Familie Seitle wenden. Auch, als ich Probleme mit der Krankenkasse im Zusammenhang mit Stellas Krankheit hatte, halfen sie mir weiter.

Im April 2017 musste Stella leider außer Dienst gestellt werden, weshalb ich mich entschied, wieder einen Hund aus der Führhundschule Seitle zu nehmen und beantragte eine Folgeversorgung.

Nur zwei Monate später ging meine liebe Stella über die Regenbogenbrücke ☹

Im Mai kamen Maria und Wolfgang Seitle wieder zu Besuch und wenig später erhielt ich die Genehmigung der Krankenkasse. Im September fuhr ich erneut nach Neuburg und lernte meine zweite Hündin, Lilou, kennen. Lilou war fast fertig ausgebildet, sodass unsere Einarbeitung schon im Dezember beginnen konnte. Ich war sehr erstaunt, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Lilou und mir von Anfang an klappte. Auch die Betreuung in Neuburg fand ich sehr gut, man kann Familie Seitle oder seine Trainer(in) jederzeit telefonisch erreichen, wenn es ein Problem gibt. Das Personal im Hotel ist immer hilfsbereit! Sehr schön finde ich auch, dass der Gassiweg in Hotelnähe ist und man diesen auch alleine bewältigen kann.

Wieder zuhause angekommen funktionierte die Führarbeit und auch der Freilauf auf Anhieb, obwohl Lilou ja fremd war.

Mit Wolfgang übte ich die Übungstrecke, welche ich mir ausgesucht hatte. Die Prüfung war direkt nach der kurzen Einarbeitungszeit in Wiesbaden. Wie beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt!

Wolfgang beruhigte mich immer wieder und meinte, dass wir doch alles könnten. Der Prüfer war sehr nett, er merkte mir die Aufregung an und versicherte mir, dass ich keinen Grund dazu hätte. Ich sollte den Hund nur alles machen lassen, dann würde es schon klappen. So war es dann auch, Lilou meisterte die Prüfung ganz gelassen.

Auch diesmal habe ich mich mit der Patenfamilie in Verbindung gesetzt, weil mich interessiert, wie mein Hund als Welpe war. Die Familien haben sich jedes Mal sehr über die Kontaktaufnahme gefreut.

Lilou ist ein kleiner Wirbelwind, im Freilauf ist sie nicht müde zu bekommen! Aber wenn sie im Führgeschirr ist, legt sie einen Hebel um, ist sehr konzentriert und macht ihre Arbeit toll. Für die kurze Zeit, in der wir erst zusammen sind, ist alles super und ich bin froh, sie bei mir zu haben!

Astrid mit Lilou aus Hessen

Helene mit „Kira“

  1. Januar 2018

Gestern war meine Gespannprüfung. Nun habe ich auch einen Hund. Meinen aller ersten Blindenführhund.. Sie heißt Kira und schon jetzt weiß ich, dass sie der süßeste und intelligenteste aller Vierbeiner ist. Noch vor drei Jahren konnte ich mir kaum vorstellen, einen Hund zu halten. Das ist ein Lebewesen, das artgerecht gehalten werden sollte: mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Ich habe genug damit zu tun, meinen drei Kindern ein angemessenes zu Hause zu bieten. Und dann noch einen Hund anschaffen! Dass es Blindenführhunde gibt, die auch helfen, davon habe ich zwar gehört, konnte es mir jedoch nicht vorstellen, wie es im Alltag funktionieren sollte.

Ein Bekannter der Familie führte uns an die Thematik heran. Während einer langen Antragsbearbeitungszeit bei der Krankenkasse habe ich mich immer wieder damit auseinandergesetzt, Mir immer wieder die Frage gestellt, kriege ich es denn hin? Wie wird es sein, wenn der Hund da ist?

Fast zwei Jahre nach der Antragstellung sind vergangen. Sowohl während der Wartezeit und als es nun soweit war, war die Schule Seitle immer ein der treuer Ansprechpartner. Und nun haben wir unser Mädchen: Klug, gescheit und exzellent erzogen und ausgebildet Dank der Patenfamilie, in der unsere Kleine ihr erstes Lebensjahr verbracht hat, und natürlich dank der exzellenten Ausbildung an der Ausbildungsschule Seitle. Sie und ich: wir haben uns seit dem ersten Augenblick verstanden. Wenn sie im Dienst ist (d.h. wenn Sie das Geschirr an hat bei der Bewältigung der Wege und Strecken hilft), ist sie absolut und mit Freuden bei der Sache. Ich nehme sie mit zur Arbeit, wir gehen zusammen Einkaufen, wir bringen gemeinsam die Kinder zur Schule. Ich wusste nicht, dass es so einfach sein kann, so unproblematisch, Treppen, Hindernisse, auf meinen täglichen Wegen zu bewältigen. Ich sage nicht zu viel, wenn ich behaupte, von Anfang an herrschte absolutes Vertrauen zwischen uns beiden. Ich verlasse mich auf sie und das beruht auf Gegenseitigkeit.

Auch bei der Freizeit ist sie eine Bereicherung für uns alle, die Kinder verwöhnen sie nach Strich und Faden mit Streicheleinheiten und knuddeln. Es ist natürlich so, dass wie in jedem „Rudel“ und auch in jeder Wohngemeinschaft gewisse Regeln bestehen müssen. Daran arbeiten wir. Kira, mittlerweile umgetauft in Baghira (Dschungelbuch), ist bereits nach drei Wochen aus unserem Leben nicht wegzudenken. Vor allem für mich als blinde Mutter dreier Kinder und fest im Beruf stehend ist unser kleiner Liebling eine enorme Erleichterung und Bereicherung. Und eine unschätzbare Hilfe!

Helene (39 Jahre)

Diplom Psychologin

 

 

Barthl mit „Gero“

Hallo liebe Maria, hallo lieber Wolfgang und natürlich auch das ganze Team!

Ich möchte gerne den nachfolgenden Bericht von mir an euch weitergeben.

Ihr dürft ihn auch veröffentlichen.

Ich bin seit drei Jahren vollblind. Nach zwei fehlgeschlagenen Versorgungsversuchen durch zwei verschiedene Blindenführhundeschulen in Bayern bin ich auf die Führhundschule Seitle gestoßen. Von dort habe ich seit April 2017 meinen schwarzen Labrador Rüden „Gero“. Er ist mein erster Blindenführhund. Gero ist mein absoluter Wunschhund, was sowohl die Farbe als auch die Rasse betrifft – so viel schon einmal vorweg.
Mein Erstkontakt zur Führhundschule Seitle fand telefonisch ab. Nach diesem erfolgte auch sehr schnell, nach ein paar Tagen, der Besuch bei mir zu Hause und danach schaute ich mir die Führhundschule Seitle an.
Zu diesem Besuch kann ich sagen, ich bin mir sehr aufgenommen, gut aufgehoben und auch sehr gut beraten vorgekommen. Es wurden mir an dem Tag sehr viele Hunde vorgestellt und was mich auch sehr beeindruckt hat, war, dass zu dem Termin auch extra eine Hundepatin gekommen war, die das alles sehr ausführlich mit mir durchgegangen ist.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Antragsstellung bei der Krankenkasse konnte ich mich aber auch hier voll und ganz auf die Hilfe von Fam. Seitle verlassen und ich wusste, ich bin in guten Händen.
Den Einarbeitungslehrgang hatte ich persönlich mit Frau Seitle und auch hier war alles so wie man es sich vorstellt. Sie ist auf mich und meine Bedürfnisse eingegangen. Auch hier kann ich noch einmal erwähnen, war ich sehr zufrieden.
Hilfe und Unterstützung habe ich auch bzw. erhalte ich auch bis heute noch bei der Führarbeit und Futterbestellung.
Zu der Gespannprüfung kann ich sagen, dass ich mich voll und ganz auf den Hund habe verlassen können und das ist das, was einem einfach ein gutes Gefühl gibt.
Alles in allem kann ich nur abschließend sagen, dass ich sehr zufrieden bin und die Führhundschule Seitle definitiv weiter empfehlen kann!

Liebe Grüße
Euer Barthl.

Kurt mit „Lando“ aus dem Schwabenländle

Liebe Maria, lieber Wolfgang,

sehr gerne möchte ich auch anderen Interessierten meine Erfahrungen mitteilen, welche ich bisher bei meinen Führhundeversorgungen mit euch als Blindenführhundeschule gemacht habe. Dazu möchte ich folgendes berichten:

Seit Februar 2017 habe ich den zweiten Führhund von Seitles.

Viele Jahre davor hatte ich bereits meine Führhündin Lucy, sie war eine Deutsche Schäferhündin, auch von den Seitles. Sie war ein toller Führhund und sie hat mich zuverlässig in all meinen Lebenssituationen, die weiß Gott nicht immer leicht waren, begleitet. Lucy war super.

Ich kann mich noch an meinen ersten Kontakt zur Führhundschule Seitle sehr gut erinnern. Nach einem ausführlichen Telefonat wurden wir auch sofort zur Führhundeschule eingeladen. Kurz entschlossen fuhren wir zu den Seitles. Wir konnten dort alles besichtigen und uns über die Hunde, den Ausbildungsverlauf und vor allem über die Ausbildungsmethode informieren. Ich kann mich heute noch sehr gut an unseren ersten Termin in der Führhundeschule erinnern, weil wir auf all unsere Fragen wirklich kompetente und überzeugende Antworten erhalten hatten.

Dann hatte ich Lucy als Führhündin bekommen, die mich bis zu ihrem 12. Lebensjahr treu und sicher begleitete.

Im Februar 2017 bekam ich dann meinen zweiten Führhund von den Seitles und zwar Lando, einen Labradoodle. Lando begleitet mich nun schon fast ein Jahr und Lando übertrifft alles bisher da gewesene. Er ist ein total verschmuster und absolut zuverlässiger Freund und Partner. Ich bin mit ihm in der ganzen Bundesrepublik unterwegs. Wir machen viele Blindenführhunde-Vorführungen, wir besuchen Schulen und Kindergärten und er begleitet mich zu meiner Arbeitsstelle, bei meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten, bei all meinen Stadtratssitzungen, wo er immer relaxt und für alle anderen unauffällig an meiner Seite liegt, wobei er der Liebling unseres gesamten Gremiums ist. Durch meine vielen verschiedenen Aktivitäten brauche ich einen zuverlässigen Führhund, der mir Sicherheit gibt und mir dadurch ein erhebliches Maß an Mobilität und Freiheit verschafft. Genau das  habe ich bisher durch die beiden Führhunde aus der Führhundeschule Seitle erhalten.

Super finde ich, dass ich auch mit der Patenfamilie von Lando bereits intensiven Kontakt haben konnte. Lando ist in einer Familie mit zwei Kindern, einer Hauskatze und Zwergkaninchen aufgewachsen. Die Patenfamilie hat mir sehr viel über Landos Kindheit und Jugend erzählt. Er muss sich dort sehr wohl gefühlt haben und die Patenfamilie hat ihn gewissenhaft auf seine Aufgabe vorbereitet.

Auch meine beiden Einarbeitungslehrgänge bei den Seitles waren für mich sehr angenehm, weil immer in einer ruhigen ausgeglichenen Atmosphäre gearbeitet wurde. Für mich war das sehr eindrucksvoll und wir wurden beide Male zu einem super Team aufgebaut. Die Unterbringung und Versorgung während des Einarbeitungslehrganges in einem Hotel war jedes Mal zuvorkommend und ich habe mich dabei immer sehr wohl gefühlt.

Ich finde es auch sehr gut, dass die Seitles auch nach der Übergabe meiner Führhunde immer für mich als Ansprechpartner erreichbar waren und auch noch sind. Wenn ein Problem anstand, konnte es sofort und unbürokratisch besprochen und geklärt werden. Auch hier zeichnet sich für mich eine gute Führhundschule aus.

Liebe Maria und lieber Wolfgang, ich wünsche euch mit eurem Team weiterhin solch eine positive Einstellung und Kraft zu eurer Arbeit als Führhundtrainer und hoffe, dass ihr uns noch sehr lange als Blindenführhundeschule erhalten bleibt.

Hut ab, bin total STOLZ auf euch!

Kurt mit Lando aus dem Schwabenländle und Städtle Nagold

 

Eva mit „Sany“

Eva mit Sany erzählt:

Als im Jahr 2015 feststand, dass ich einen treuen Begleiter auf vier Pfoten an meiner Seite haben will, suchte ich nach einer geeigneten Blindenführhundschule. Durch meine Schwester bin ich dann auf die Blindenführhundschule Seitle gestoßen. Ich habe telefonisch Kontakt zu Wolfgang Seitle aufgenommen und er war sehr nett. Wir haben dann länger telefoniert und haben einen Termin vereinbart, wo ich mir alles vor Ort anschauen durfte. Auch dieser Besuch und eben das persönliche kennenlernen war sehr angenehm und es hat mich alles total überzeugt. Jegliche Fragen wurden beantwortet und mir wurde vieles erklärt, auch habe ich einige Hunde und auch Welpen gesehen und gestreichelt. 🙂

Als die Kostenübernahme genehmigt war, besuchten mich Maria und Wolfgang Seitle. Es war auch hier alles sehr angenehm und wirklich schön. Sie haben sich meine Wohnsituation angeschaut und fanden es super.

Da ich Erstführhundhalterin und generell Ersthundehalterin bin, war ich anfangs ziemlich ängstlich. Ich lebte bisher nur mit Katzen, somit war das Leben mit einem Hund etwas völlig Neues. Klar haben wir in der Familie Hunde, aber ich selbst hatte nie einen eigenen.

Die blonde Führhündin Sany verabreicht Eva-Maria ein Küsschen auf die Wange

Anfang 2017 schrieb mir Wolfgang Seitle, dass er eine passende Hündin für mich gefunden hat. Ich war total glücklich. Sany war zu dem Zeitpunkt noch in der Ausbildung bei Eva Kluge zuhause. Eva ist eine Trainerin der Führhundeschule Seitle.
Ich nahm dann sofort Kontakt zu Eva auf und im Mai haben wir uns dann schon mal getroffen. Wir sind spazieren gegangen und haben uns unterhalten. Auch waren da schon ein paar kleine Übungen dabei. Es hat sofort gefunkt. Ich hab mich sofort in Sany verliebt und Sany wohl auch in mich. Es war wirklich sehr schön.

Die Einarbeitung fand dann Mitte August statt.
Die Einarbeitung war sehr entspannt, aber wirklich lehrreich. Sany und ich sind immer Stück für Stück weiter zusammengewachsen. Die Einarbeitung dauerte insgesamt drei Wochen. Die ersten zwei Wochen war ich in Nürnberg-Fürth, wo auch Eva Kluge wohnt. Untergebracht waren wir in einem Gasthof. Sany war ab diesem Zeitpunkt Tag und Nacht bei mir.
Den ersten Tag haben wir gleich angefangen mit dem Führgeschirr zu laufen. Am ersten Tag war es wirklich komisch. Aber am zweiten Tag ging das schon viel leichter. Und das Vertrauen und die Liebe zu diesem tollen Hund wuchs und wuchs! 😃

Wir sind in Fürth viele Wege gelaufen, haben viel geübt und Sany machte ihre Arbeit richtig super. Ich hatte anfangs kleinere Startschwierigkeiten, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen, nicht wahr? So übten wir weiter und weiter. Auch die Unterordnungsübungen durften natürlich nicht fehlen. Sie musste ja begreifen, dass ich ab sofort ihr Frauchen bin. So übten wir hier Rückruf, Fuß, Sitz, Platz usw..

Die letzte Woche fuhren wir zu mir nach Hause. Ich lebe daheim mit zwei Katzen. Meine Katzen kannten bis dato keinen Hund. Die Angst war bei den Katzen ziemlich groß und Sany zeigte nur mäßiges Interesse an den Samtpfoten. Auch bei mir vor Ort gingen wir viele Wege ab und fingen auch schon an den Weg für die Gespannprüfung zu üben. Den Weg zur Arbeit haben wir geübt, zur Bank, Post, Bahnhof etc..

Der Tag, der Gespannprüfung:

An diesem Tag hatte ich etwas Herz rasen, aber ich wusste, dass wir ein super Team sind und vertraute auf das Können von Sany. Und was soll ich sagen? Wir meisterten die Gespannprüfung sehr gut. Ich war überglücklich und unheimlich stolz auf meine süße Maus.

Sany passt wirklich super gut zu mir. Sie ist eine süße, kleine, aufmerksame und liebe Hündin. Sie hat aber auch ordentlich Power im Hintern, den man auch beim Gassi merkt, wenn man mit ihr spielt oder übt. 😊 Sany ist eine blonde Labradorhündin und ist mitlerweile zwei Jahre alt.

Im Führgeschirr läuft Sany ziemlich zügig, aber auch sehr sicher und führt mich um alle Hindernisse herum. Egal, ob diese auf dem Boden sind oder in Reichweite meines Kopfes. Sie achtet sehr darauf, dass mir nichts passiert. Falls ich mal nicht so schnell unterwegs sein möchte, gibt es das Kommando „langsam“ und dann läuft sie auch langsamer. Klar passiert es auch mal, dass ein Bord überlaufen wird, aber dann wird es wiederholt und wenn es dann klappt, wird ganz viel gelobt, damit sie merkt, dass es das ist, was ich möchte. Es ist schließlich ein Lebewesen und keine Maschine oder gar ein Roboter, der seine Arbeit einprogrammiert hat. Nein, es ist ein Hund mit Bedürfnissen und Gefühlen! Wir Menschen machen auch Fehler, also ist das bei einem Blindenführhund nicht anders.

Unsere Trainerin Eva ist wirklich eine super Trainerin, die mit ganz viel Geduld und Liebe diesen tollen Hund ausgebildet hat. Ich habe noch nichts Negatives an Sany festgestellt. Sie ist wirklich klasse ausgebildet und sie weiß auch, dass sie zu mir gehört. Das merke ich oft daran, wenn meine Mutter zu Besuch ist und mit uns Gassi gehen will. Sie hört zwar auch auf sie, aber fragt nochmal bei mir nach. Indem sie stehen bleibt und mich anschaut. Wenn ich das Kommando erneut gebe, wird es ausgeführt.

Sany kommt ja jeden Tag mit auf die Arbeit und dort wird sie unheimlich geliebt. Sogar meine Chefs kommen täglich ins Büro um Sany zu knuddeln und jeder hat sofort ein Lächeln auf den Lippen, wenn sie Sany sehen, egal wie stressig gerade die Arbeit ist. Eine Bereicherung auf allen Seiten. <3

Ich bedanke mich sehr bei Eva und der Blindenführhundschule Seitle, dass sie mir einen so tollen Hund trainiert und ausgesucht haben.

Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Schritt zu wagen und sich diese tolle Blindenführhundschule anzuschauen. Ich bereue definitiv nichts.

Aber man muss sich im Klaren sein, dass man nicht nur ein Hilfsmittel, sondern ein Lebewesen, welches Beschäftigung, Futter, Gassi und Training benötigt oder auch mal krank wird, an seiner Seite hat. Man kann also den Hund nicht einfach in die Ecke stellen, wie zum Beispiel den Blindenlangstock. Aber wenn man sich dieser Aufgabe bewusst ist und sich das zutraut, dann sollte man diesen Schritt durchaus wagen.

 

U.. mit „Lex“ aus dem südlichen Schwarzwald

Rückblick nach einem knappen Jahr

nachdem die Kasse endlich den Blindenführhund bewilligt hatte, haben wir uns an die fünf im Bewilligungsbescheid genannten Führhundeschulen gewandt (zwei davon arbeiteten nicht mehr als solche) – und haben diese drei besucht. Durch private Kontakte rannte ein guter Ruf der Blindenführhundeschule Seitle voraus, den ich aber in Gänze bestätigt sah, was auch zu der Entscheidung führte, meinen Blindenführhund von Seitles zu „beziehen“.

Im telefonischen Erstkontakt, der sehr ausführlich und freundlich kompetent war, vereinbarten wir einen Kennenlerntermin bei Seitles direkt. Hier nahmen sich beide sehr viel Zeit, um von der Schule, der Ausbildung, den Hunden, der Zucht…. zu erzählen, aber auch um Raum zu lassen all meine/unsere Fragen zu beantworten. Ich/wir fühlten uns sehr gut beraten und gehört mit allen Fragen. Ich bat mir noch etwas Bedenkzeit aus, und bestätigte dann telefonisch meinen Wunsch, meinen Hund von Seitles bekommen zu wollen. Auch auf den Wunsch der Rasse wurde wohlwollend eingegangen. Ich hatte den Wunsch nach einem Königspudel.  Seitles erzählten, dass ein großer Wurf Labradoodles gerade bei den Patenfamilien sei und evtl. hieraus einer für mich sein könnte. Daraufhin informierte ich mich über die Labradoodles und verliebte mich in sie. Auch kam Herr Seitle zu mir nach Hause, um Wohnumfeld, Wohnsituation, Lauftempo, persönliche Charakteristika meinerseits besser einschätzen zu können, um so die Entscheidung welcher Hund zu mir kommen sollte besser treffen zu können, wenn der Zeitpunkt dann gekommen sein sollte.

Die Entscheidung Lex, „mein“ schwarzer Labradoodle und mich zu einem Gespann zu formieren hätte besser nicht ausfallen können. Ich empfinde uns als ein perfektes Duo, von Anfang an – und das hat sich bis heute nicht verändert. Hier bin ich davon überzeugt, dass sowohl die Menschenkenntnis und der Hundesachverstand von Seitles zu dieser wunderbaren Entscheidung geführt hatten.

Als dann klar war, welcher Hund für mich und wann die Einschulung beginnen kann, bat ich um ein Foto vorab vor Lex, denn ich war natürlich superneugierig und über den großen Bildschirm und meinem geringen Restsehwert konnte ich mir aber doch ein Bild machen. Und dann wuchs die Spannung, bis endlich der Termin da war, an dem wir uns kennen lernen durften. Es war super aufregend. Frau Seitle kam mit Lex in die Pension, in der ich wohnte und ich hatte ein so gutes Gefühl. So lange hatte ich auf den Führhund gewartet – und so eine tolle Ausstrahlung hatte Lex, vom ersten Moment an – und auch ich hatte das Gefühl umgekehrt, er war mir von Anfang an sehr zugewandt.

Die Einschulung verlief fabelhaft. Ich war immer mit Frau Seitle unterwegs, die mir alles zeigte, was ich wissen musste und darüber hinaus, alles was ich wissen wollte, oder auch Herausforderungen, die ich erleben wollte, um bei aufkommenden Unsicherheiten, direkt korrigieren oder intensiver trainieren zu können (beispielsweise alleine mit Lex  Zug- und Busfahrten. Es entwickelte sich rasch eine gute Bindung zu Lex und es verging wenig Zeit, bis ich für ihn die wichtigste Bezugsperson war. Die Gespannsprüfung verlief sehr positiv, auch wenn ich sehr aufgeregt war, im Vorfeld. Als wir dann liefen, war eigentlich alles gut. Mir war es fremd, die Prüfer zuvor nicht zu begrüßen oder kurz kennen gelernt zu haben, bevor es losging, auch wenn ich die Argumentation, dass der Hund nicht abgelenkt sein sollte einsichtig fand. Aber das hat sich dann bei dem Auswertungs- und Abschlussgespräch aufgelöst.

Ich arbeite als musikpädagogische Fachkraft in verschiedenen Kindertagesstätten (Lex ist mit vier Kindern in einer Patenfamilie groß geworden) – auch dort ist er sehr willkommen und wird als pädagogischer Mitarbeiter inzwischen angesehen. In Kinderkonferenzen erkläre ich, was ein Blindenführhund ist, welche Aufgaben er hat – und welche Regeln es gibt, wie man sich ihm gegenüber zu verhalten hat, damit er so cool bleibt, wie er eben ist.

Nun ist er bald ein Jahr bei mir und wir sind ein echt gutes Team geworden, ich habe ihn gut kennengelernt in fast allen Lebenssituationen, die man so erleben kann (geflogen sind wir noch nicht) – aber sonst haben wir alles bereits zusammen erlebt und wir wissen, wie wir ticken. Er hat die Differenzierung zwischen Führarbeit und Freizeit gut raus, – manchmal, aber selten, muss ich ihn daran erinnern, dass er am Arbeiten ist. Dann ziehe ich kurz an der Leine und sage: Hey Lexi, du arbeitest…“ und dann geht’s gut weiter.

Zu Weihnachten, als die Stadt so voll war, fand ich, dass er sich manchmal durch alles Mögliche leicht ablenken ließ. In der eigenen Reflexion musste ich aber auch feststellen, dass ich selbst zunehmend super genervt bin, wenn so viele Menschen auf einen Haufen sind und dann auch noch so gestresst und egoistisch. Manchmal denke ich, dass Lexi meine Gefühle so extrem wahrnimmt, dass da eine ganz intensive Übertragung stattfindet, so als ob er wüsste, es wäre jetzt für mich besser in die Straßenbahn zu steigen und wieder heim zu fahren, was am Stadtrand liegt.

Was auch richtig gut ist, am Anfang war es natürlich mehr, wenn irgendwelche Fragen aufgetaucht sind, konnte ich immer bei Seitles anrufen und einen hundefachlichen Rat bekommen, wie ich mich in der ein oder anderen Situation verhalten soll, was für die Anfangszeit ein sehr hilfreiches Angebot ist und auch ja jetzt noch immer als Angebot zur Verfügung steht. Das gibt ein großes Gefühl der Sicherheit.

Ich bin mit der Betreuung durch die Familie Seitle mehr als sehr zufrieden und noch größer ist mein Glück mit Lex, der perfekt für mich ausgesucht wurde. Wir sind jetzt bald ein Jahr ein Gespann und der erste Winter mit ihm, die lange Phase der Dunkelheit – wird durch seine Führkompetenz enorm erleichtert. Er vermittelt mir das Gefühl, dass es für mich keine Hindernisse mehr gibt, den Lex erkennt diese und führt mich sicher daran vorbei. Auch an Pfützen, die Zeit der nassen Schuhe und Füße ist vorbei! Aber vor allem die Zeit der Unsicherheit ist vorbei. Es ist ein Geschenk, einen solchen Hund zu haben!

 

U… mit Lex aus dem südlichen Schwarzwald

Martin mit „Sam“

Martin mit Sam schreibt:

Über den Wunsch nach einem Goldendoodle als Blindenführhund für mich stießen meine Frau und ich im Internet auf die Seite der Blindenführhundschule Seitle. Nach einem Telefonat zwecks Austausches verschiedener Informationen beiderseits boten Wolfgang und Maria Seitle einen Besuch bei uns an und kamen dann relativ bald aus Bayern zu uns nach NRW und schauten sich unsere Verhältnisse und mich, den extrem sehbehinderten Menschen, genau an. Wolfgang Seitle versprach, sich verstärkt nach einem genügend großen Hund für mich 2 Meter-Mann umzuschauen.

Schon ein knappes halbes Jahr später wurden wir eingeladen, „unseren Hund“ anzuschauen und kennen zu lernen.

Bei unserem Besuch in Neuburg waren wir auf Anhieb begeistert von Sam, einem bildhübschen blonden Goldendoodle. Wir waren mindestens ebenso erfreut überrascht zu hören, dass wir Ihn zwei Monate später dann schon als voll ausgebildeten Führhund haben könnten, nachdem er schon ein Jahr in einer ausgewählten Patenfamilie grundausgebildet und in der Blindenführhundschule auch schon vier Monate trainiert worden war.

Dank eines entsprechenden ärztlichen Gutachtens und der notwendigen Formalitäten in Bezug auf Übernahme der Kosten durch Beihilfe und Versicherung konnten wir dann zügig einen Termin für die Einschulung in Neuburg vereinbaren.

Die zwei Wochen mit Sam im Hotel waren eine wunderbare Erfahrung und die beste Möglichkeit, vom ersten Tag an „zusammenzuwachsen“.

Die täglichen zweimal 90 Minuten mit Maria Seitle als unserer Trainerin waren intensiv und anstrengend für alle Beteiligten, aber mit Marias Hilfe und Fürsorge lernten wir zum einen die wunderbar geeignete „Trainingsstadt“ Neuburg kennen, zum anderen konnte Sam zeigen, wie hervorragend er zum Führhund ausgebildet war. Absolut zuverlässig und mit zum Teil stoischer Gelassenheit führte er mich um alle Hindernisse und an allen Tücken der Altstadt vorbei und durch den lauten Straßenverkehr der Neustadt hindurch. Bus – und Bahnfahren in Ingolstadt und lange Aufenthalte in großen Einkaufszentren waren für Sam eine Selbstverständlichkeit und ließen mich zunehmend mehr und mehr Vertrauen in ihn haben. Abends waren wir dann beide immer rechtschaffen müde nach der circa 12 km täglichen Wegstrecke.

Die bald darauf anschließende Woche Training in unserer Kleinstadt in Ostwestfalen war eben – so intensiv, aber nicht ganz so anstrengend, da die Zahl der Hindernisse und Tücken deutlich geringer ist als in Neuburg an der Donau.

Inzwischen kennt Sam jeden meiner üblichen Wege in und durch die Stadt und führt mich auf Kommando zu bestimmten Plätzen und Geschäften und vor allem auch sicher von überall her nach Hause.

Sam leistet mir im Alltag unschätzbare Dienste, ist ein wunderbarer Hausgenosse und wird von allen bewundert und bestaunt für seine Klugheit und Schönheit.

Mein besonderer Dank gilt Wolfgang und Maria Seitle für diesen großartig ausgebildeten Hund

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